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Therapie des Schnappfingers (Tendovaginosis stenosans)

Synonyme: Schnellender Finger, Schnappfinger, trigger finger, slow finger, Ringbandstenose, Digitus saltans, Pollex flexus congenitus ( im Säuglingsalter)

Definition und Entstehung

Eine der häufigsten Funktionsstörungen an der Hand ist der „Schnappfinger“, medizinisch Tendovaginosis stenosans.
Es kommt dabei zu einem schmerzlosen oder schmerzhaften Schnappen des betroffenen Fingers oder des Daumens beim Bewegen. Der Grund hierfür liegt in einer Behinderung des Sehnengleitens der Beugesehnen. Die Sehnen werden durch umgreifende Bänder, die Ringbänder, an die Fingerknochen herangezogen, damit sie beim Bewegen in engem Kontakt zum Knochen bleiben. Bei der Tendovaginosis stenosans findet sich eine Verdickung der Sehne oder des Sehnengleitgewebes, die das Gleiten der Sehne innerhalb des Ringbandkanals behindert. Zudem sind die Ringbänder oft derb verdickt, so dass der Platz zum Gleiten noch enger wird. Der Sehnenknoten bleibt zunächst an dem Ringband hängen, rutscht schließlich ruckartig darunter durch. Der Ausdruck „Schnappfinger“ beschreibt bildhaft dieses Phänomen. Dieses Schnappphänomen tritt jedoch nicht unbedingt zu Beginn der Erkrankung auf. Zunächst können Schmerzen und Schwellung oder Morgensteifigkeit im Vordergrund stehen. Im weiteren Verlauf kann es auch zu einer ständigen Einklemmung des Fingers in Beugestellung kommen, die nur mehr passiv überwunden werden kann. Am häufigsten sind der Daumen, der Mittel- und der Ringfinger betroffen. Die beteiligten fünf Ringbänder (A1-A5) liegen beugeseitig der Grundgelenke, meistens ist das A1 Ringband betroffen. Häufig sind mehrere Finger betroffen oder es finden sich zusätzliche Erkrankungen wie das Karpaltunnelsyndrom und die Tendovaginitis de Quervain. Besteht die Einengung über einen längeren Zeitraum, kann sich durch die Schonhaltung des Fingers eine Einschränkung der Streckung in den Fingergelenken einstellen. Besonders betroffen ist das Mittelgelenk. Dieses Streckdefizit kann schwer zu beheben sein. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern kann diese Erkrankung schon auftreten. Meist ist am Daumen die lange Daumenbeugesehne schon angeboren derartig verdickt, dass das Daumenendglied nicht gestreckt werden kann, so dass den Eltern eine permanente Beugestellung des Daumens auf fällt.

Fakten zur Ringbandspaltung

NameRingbandspaltung
Behandlungsdauer10-45 Minuten
NarkoseartLokalanästhesie, Plexusanästhesie oder Vollnarkose
Klinikaufenthaltambulant
Gesellschaftsfähig1 Tag
Belastbar ab3-4 Wochen
ArbeitsunfähigkeitBüroarbeiter*in nach ca. 3-5 Tagen, Schwerarbeiter*in nach ca. 3-4 Wochen
Nachbehandlungregelmäßiges Üben durch den Patienten selbst
KostenKostenübernahme durch die Krankenkasse

Symptome

  • Der gebogene Finger springt plötzlich heraus und richtet sich auf.
  • Die Fingerbewegung erzeugt ein „Poppen“/“Click“ Geräusch oder eine Missempfindung.
  • Der Finger fühlt sich steif, geschwollen und wund an.
  • Der Finger wird zunehmend in die Hohlhand gebogen, da er nicht mehr gerade gehalten werden kann.
  • Die Symptome sind am Morgen schlimmer.

Ursachen

Der „Schnappfinger“ wird durch eine Entzündung des Tenosynoviums, der Sehnenschleimhaut, verursacht. Das Tenosynovium ist das Gleitgewebe, das die Schutzhülle um die Sehne im Finger darstellt. Dieses Gleitgewebe ermöglicht es der Sehne, beim Biegen oder Richten des Fingers sanft in der Hülle zu gleiten. Bei einer Entzündung kann die Sehne nicht gleiten, was dazu führt, dass der Finger in einer gebeugten Position unter einem Ringband „blockiert“ wird und dann plötzlich den Finger gerade lässt. Ursachen für den „Schnappfinger“ können folgende sein:

  • Wiederholte Bewegung: Personen, die schwere, sich wiederholende Hand- und Handgelenkbewegungen mit langem Griff bei der Arbeit oder beim Spielen ausführen, gelten als stark gefährdet für die Entwicklung des „Schnappfingers“.
  • Gesundheitszustand: Bedingungen, die mit der Entwicklung des „Schnappfingers“ verbunden sind, sind Hypothyreose, rheumatoide Arthritis, Diabetes und bestimmte Infektionen wie Tuberkulose.
  • Geschlecht: Der „Schnappfinger“ ist bei Frauen häufiger als bei Männern.

Diagnosestellung im Aestheticum Tübingen

Hand- und Handgelenksbeschwerden sollten von einem Spezialisten für eine korrekte Diagnose und Behandlung bewertet werden. Die Diagnose des „Schnappfingers“ erfolgt anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung.
Anfangs besteht nur eine Streckbehinderung von wechselnder Intensität. Später wird die aktive Streckung der Finger im Grundgelenk, weniger häufig im Mittelgelenk, gebremst, da die Beugesehne mitsamt verdicktem Sehnenbegleitgewebe bei Streckung durch das Ringband gezwängt werden muss. Daher ergeben sich auch die häufig paradox erscheinenden Schmerzen streckseitig, obwohl die Erkrankung per se beugeseitig befindlich ist. Besonders störend sind die Beschwerden meist morgens nach dem Aufwachen, wenn alle Finger gestreckt werden.
Bei der Untersuchung findet man beugeseitig auf dem Mittelhandköpfchen einen mit der Beugung verschiebbaren Knoten, der druckschmerzhaft ist. Nicht immer lässt sich das „Schnappen“ provozieren.

Konservative Behandlungsoptionen

Ihr behandelnder Chirurg wird Ihnen konservative Behandlungsmöglichkeiten zur Behandlung der Symptome des Zeigefingers empfehlen. Die Behandlungsoptionen variieren je nach Schweregrad der Erkrankung.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten:

  • Behandlung aller medizinischen Grunderkrankungen, die das Problem verursachen, wie Diabetes oder Arthritis.
  • Schonen Sie die Hand für 2-4 Wochen oder mehr, indem Sie wiederholte Greifvorgänge vermeiden. Vermeiden Sie insbesondere Aktivitäten, die dazu neigen, die Symptome zu verursachen.
  • Kräftigungs- und Dehnungsübungen der betroffenen Finger
  • Ergotherapie sowie Massage, Wärme, Eis und Übungen zur Verbesserung der Fingerbeweglichkeit
  • Kühlung über dem betroffenen Finger kann die Symptome lindern: Eis auf ein Handtuch auftragen für 5-15 Minuten, 3-4 x täglich
  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAID’s) können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern (z.B. Ibuprofen, Voltaren etc.).
  • Steroid-Injektionen in den betroffenen Finger können helfen, die Entzündung im Finger zu reduzieren.

Bestehen die Beschwerden erst kurzfristig, kann eine spontane Besserung abgewartet werden. Bei allen störenden und schmerzhafte Ringbandstenosen oder Einklemmungen sollte eine Operation durchgeführt werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte ebenfalls eine Spaltung des Ringbandes vorgenommen werden.

Das Beratungsgespräch

Zu Beginn jeder möglichen Therapie findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch im Aestheticum Tübingen statt, verbunden mit einer genauen Untersuchung, bei der Sie die Gelegenheit erhalten, Ihre Fragen umfassend zu klären. Zudem werden die Ärzte Dr. Braun und Dr. Lotter auf alle wichtigen Details, Möglichkeiten, Risiken, Alternativen zur Operation und mögliche Operationstechniken in Ihrer persönlichen Situation eingehen, wobei wir selbstverständlich Ihre Wünsche und Vorstellungen einbeziehen. Sind Sie mit Ihrem behandelnden Arzt im Aestheticum Tübingen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ringbandspaltung für Sie die gewünschte und richtige Therapie darstellt, folgen eine ausführliche Aufklärung und die weitere Planung.

Welche Vorbereitungen müssen erfolgen?

  • Gespräch und Aufklärung durch den/die Narkosearzt/-ärztin
  • ggf. Durchführung von Blutentnahme und EKG-Untersuchung über Ihren Hausarzt

Wie läuft die Ringbandspaltung im Aestheticum Tübingen ab?

Die Operation wird nach den entsprechenden Vorbereitungen in einem Operationssaal in Lokalanästhesie oder Vollnarkose ambulant durchgeführt. Ihr Chirurg im Aestheticum Tübingen macht einen kleinen, etwa zentimeterlangen Schnitt an der betroffenen Fingergegend. Der Chirurg löst dann den engen Teil der Beugesehne. Der Schnitt wird dann mit ein paar Nähten verschlossen und mit einem sterilen Verband abgedeckt.
Nach einer kurzen Erholungspause in unserem Aufwachraum, können Sie sich von Ihrer Kontaktperson abholen lassen.

Wichtige Informationen über die Ringbandspaltung im Aestheticum Tübingen

  • Eine Wundkontrolle erfolgt üblicherweise in unserer Praxis am ersten oder zweiten Tag nach der Operation, danach wird in der Regel die Weiterbehandlung durch den Hausarzt übernommen.
  • Lagern Sie den betroffenen Arm über Herzhöhe, um die Schwellung zu reduzieren.
  • Führen Sie mehrfach täglich aktive und passive Bewegungsübungen (5-10 Minuten/Tag) mit voller Fingerstreckung und Beugung durch, um ein Vernarben der Sehne zu vermeiden.
  • Gekühlte Gelkissen sollten verwendet werden, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern.
  • Halten Sie den chirurgischen Schnitt unbedingt sauber und trocken, decken Sie den Bereich beim Baden oder Duschen mit einer Tüte ab.
  • Der Verband wird in der Regel erst nach einer Woche entfernt und durch ein Pflaster ersetzt.
  • Nach dem Entfernen des Verbandes wird die volle Bewegung des Fingers gefördert.
  • Der Fadenzug sollte üblicherweise um den 12.-14. Tag nach der Operation durchgeführt werden.
  • Ausgedehnte sportliche Betätigung soll für 3 Wochen vermieden werden.
  • Sauna und das Heben schwerer Lasten über 5 kg sollte für 4 Wochen vermieden werden.
  • Eine gesunde Ernährung und das Nichtrauchen fördern die Heilung.

Welche Risiken und Komplikationen gibt es bei dieser Operation?

Wie bei jeder Operation gibt es auch hier potentielle Risiken. Die Entscheidung, die Operation durchzuführen, wird getroffen, weil die Vorteile der Operation die möglichen Nachteile überwiegen. Es ist wichtig, dass Sie vor der Operation über diese Risiken informiert werden.
Komplikationen können sich auf die körperliche Gesundheit auswirken oder speziell die Hand betreffen. Zu den medizinischen Komplikationen gehören die Anästhesie und das allgemeine Wohlbefinden. Fast jede Krankheit kann auftreten, so dass diese Liste nicht vollständig ist:

  • Blutverlust, Schwellung, Bluterguss, Schmerzen, bis zum Funktionsausfall der Hand
  • Infektionen
  • Nervenschäden, die zu Schwäche, Lähmung oder Gefühlsverlust im Handbereich führen
  • Steifigkeit des Fingers
  • Der „Schnappfingers“ kehrt zurück, wenn die Hülle nicht ausreichend gelöst ist
  • Allergische Reaktion auf Medikamente
  • Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Lungenentzündung, Blasenentzündungen
  • Komplikationen durch Nervenblockaden wie Infektionen oder Nervenschäden
  • Ernste medizinische Probleme können zu anhaltenden gesundheitlichen Problemen, verlängertem Krankenhausaufenthalt oder selten sogar zum Tod führen.

Risikofaktoren für Komplikationen

  • ungesunde Ernährung
  • Rauchen
  • Alkoholismus
  • Chronische Krankheit
  • Steroideinsatz (z.B. Kortison)
  • Alter (über 60 Jahre)

Prognose

Die Ergebnisse sind sehr gut. Bestanden nicht schon vor der Operation Bewegungseinschränkungen, wird die uneingeschränkte und freie Fingerbeweglichkeit wieder erreicht. Bestand z.B. bereits ein durch Schonhaltung bedingtes Streckdefizit im Mittelgelenk, ist dieses manchmal jedoch nicht mehr vollständig zu beheben.

Kontakt und Informationsmaterial

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