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Therapie des Karpaltunnelsyndroms

Definition, Entstehung und Symptomatik

Das Karpaltunnelsyndrom (Synonym: Brachialgia paraesthetica nocturna) ist das häufigste und gleichzeitig das bekannteste periphere Nervenengpaßsyndrom.
Die Nervenstämme durchlaufen an den Extremitäten natürliche Engstellen. Kommt es in diesem Bereich zur weiteren Einengung, so entsteht am betroffenen Nerv ein Druckschaden. In diesem Fall spricht man von einem peripheren Nervenengpaßsyndrom. Das Geschehen kann sich akut entwickeln, meist entsteht es jedoch allmählich über einen längeren Zeitraum. Je nach Qualität des betroffenen Nerven – motorisch, sensibel oder gemischt motorisch-sensibel – kommt es zu entsprechenden Ausfallserscheinungen: Pelzigkeitsgefühl, Muskelverschmächtigung, Kraftminderung und andere.
Das Karpaltunnelsyndrom ist das periphere Engpaßsyndrom des Mittelnervs (Nervus medianus) im Bereich des Handwurzelkanals (Karpalkanal). Sein Boden und seine Seitenwände werden von den Handwurzelknochen gebildet. Überdacht wird der knöcherne Kanal vom „Retinaculum flexorum“, einer sehr straffen Bandstruktur. Neben dem N. medianus verlaufen die oberflächlichen und tiefen Fingerbeugesehnen sowie die lange Daumenbeugesehne durch den Karpalkanal.

Fakten zum Karpaltunnelsyndrom

NameKarpaltunnelspaltung
Behandlungsdauer10-45 Minuten
NarkoseartLokalanästhesie, Plexusanästhesie oder Vollnarkose
Klinikaufenthaltambulant
Gesellschaftsfähig1 Tag
Belastbar ab3-6 Wochen
ArbeitsunfähigkeitBüroarbeiter*in nach ca. 3-5 Tagen, Schwerarbeiter*in nach ca. 3-5 Wochen
Nachbehandlungregelmäßiges Üben durch den Patienten selbst
KostenKostenübernahme durch die Krankenkasse

Symptome

  • Nächtliches Aufwachen, verbunden mit Taubheit und Besserung durch Schütteln der Hand
  • Schmerzen
  • Taubheit des Daumens, des Zeige- und Mittelfingers und der daumenseitigen Hälfte des Ringfingers
  • Bei fortschreitender Erkrankung Muskelschwäche des Daumens

Ursachen

Kommt es zur Inhaltsvermehrung im Karpalkanal oder aber verkleinert sich das Volumen des Kanals bei gleichbleibendem Inhalt, erhöht sich der mechanische Druck auf den N. medianus. Hierdurch wird die Blutzufuhr zum Nerven gedrosselt und es entsteht ein Karpaltunnelsyndrom. Wie kommt es zur Vermehrung des Karpalkanalinhalts? Geschwülste, wie z.B. Blutschwämme, atypische Muskeln und vor allem die Verdickung des Beugesehnengleitgewebes sind hier zu nennen. Bei Brüchen der Speiche am Handgelenk kann es zur Verkippung der Eingangsebene in den Karpalkanal kommen und somit kann ein Karpaltunnelsyndrom entstehen. Insgesamt gibt es viele Ursachen für diese Erkrankung.
Patienten mit einem Karpaltunnelsyndrom berichten anfänglich über Schmerzen sowie Einschlaf- und Pelzigkeitsgefühle des Daumens, Zeige- und Mittelfingers und der daumenseitigen Hälfte des Ringfingers, insbesondere nachts. Durch Schütteln der Hände verschwindet die Symptomatik oft. Warum treten die Beschwerden gerade nachts auf? Die Symptome sind anfänglich durch eine Minderdurchblutung des Nervs bedingt. In der Nacht sinkt einerseits der arterielle Blutdruck im Allgemeinen ab, andererseits verringert sich bei fehlender Muskelpumpe der Blutrückstrom zum Herzen, es kommt also zu einer venösen Stauung. Dies führt zu einer Dekompensation der durch die Druckerhöhung im Karpalkanal schon reduzierten Durchblutung des N. medianus. In der Folge kommt es zu Missempfindungen im Versorgungsgebiet des Nervs. Bei Fortbestehen der Erkrankung sind die betroffenen Finger auch tagsüber taub und sind schließlich ständig pelzig. Die Berührungsempfindlichkeit (Sensibilität) der ersten drei Finger ist für die Funktion von großer Bedeutung. Ohne sie sind die Finger „blind“, es fehlt das Fingerspitzengefühl, so dass besonders feine Arbeiten, wie das Zuknöpfen des Kragenknopfes oder Nähen, nicht mehr möglich sind. Dann berichten die Patienten*innen oft über Schmerzen und dass ihnen häufig morgens Gegenstände aus der Hand fallen. Im weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zeigt sich eine motorische Lähmung mit Verschmächtigung der Daumenballenmuskulatur als Zeichen einer hochgradigen Einschnürung des N. medianus im Karpalkanal.

Diagnosestellung des Karpaltunnelsyndroms im Aestheticum Tübingen

Hand- und Handgelenkbeschwerden sollten von einem Spezialisten für eine korrekte Diagnose und Behandlung bewertet werden. Die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms erfolgt anhand der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und einer neurologischen Untersuchungen der Nervenleitgeschwindigkeit beim Neurologen (Nervenarzt).
Anfangs besteht meist nur eine leichte Taubheit von wechselnder Intensität. Bei der klinischen Untersuchung werden spezielle Funktionstests durchgeführt und unter anderem die Sensibilität mittels der 2 Punktdiskrimination nach Weber untersucht. Die Diagnosestellung wird bei uns immer durch eine neurologische Untersuchung beim Facharzt unterstützt. Sie erleichtern uns den Ablauf, wenn Sie sich bereits mit einem Untersuchungsergebnis eines Neurologen bei uns vorstellen, was meistens durch den Hausarzt veranlasst wird.
Sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Sie an einem Karpaltunnelsyndrom leiden, muss entschieden werden, ob eine konservative Behandlung möglich oder eher eine Operation sinnvoll ist. Dies wird anhand Ihrer Beschwerden und Messwerte der neurologischen Untersuchung entschieden.

Konservative Behandlungsoptionen

Ihr behandelnder Chirurg im Aestheticum Tübingen wird Ihnen, wenn möglich, konservative Behandlungsmöglichkeiten zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms empfehlen. Die Behandlungsoptionen variieren je nach Schweregrad der Erkrankung.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten können sein:

  • Behandlung aller medizinischen Grunderkrankungen, die das Problem verursachen, wie Diabetes, Sehnenscheidenentzündungen oder Arthritis.
  • Kühlung über dem betroffenen Finger kann die Symptome lindern, Eis auf ein Handtuch auftragen für 5-15 Minuten, 3-4 x täglich.
  • Tragen einer Nachtlagerungsschiene
  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAID’s) können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern (z.B. Ibuprofen, Voltaren etc.).
  • Steroid-Injektionen in den Karpalkanal können in seltenen Fällen helfen, die Entzündung im Finger zu reduzieren.

Bestehen die Beschwerden erst kurzfristig, kann eine spontane Besserung abgewartet werden. Bei einem längerfristig bestehenden Karpaltunnelsyndrom sollte jedoch eine Operation durchgeführt werden, um eine unwiderrufliche Schädigung des Nervs zu vermeiden.

Das Beratungsgespräch

Zu Beginn jeder möglichen Therapie findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch im Aestheticum Tübingen statt, verbunden mit einer genauen Untersuchung, bei der Sie die Gelegenheit erhalten, Ihre Fragen umfassend zu klären. Zudem werden die Ärzte Dr. Braun und Dr. Lotter auf alle wichtigen Details, Möglichkeiten, Risiken, Alternativen zur Operation und mögliche Operationstechniken in Ihrer persönlichen Situation eingehen, wobei wir selbstverständlich Ihre Wünsche und Vorstellungen einbeziehen. Sind Sie mit Ihrem behandelnden Arzt im Aestheticum Tübingen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Karpaltunnelspaltung für Sie die gewünschte und richtige Therapie darstellt, folgen eine ausführliche Aufklärung und die weitere Planung.

Welche Vorbereitungen müssen erfolgen?

  • Gespräch und Aufklärung durch den/die Narkosearzt/-ärztin
  • ggf. Durchführung von Blutentnahme und EKG-Untersuchung über Ihren Hausarzt

Wie läuft die Karpaltunnelspaltung im Aestheticum Tübingen ab?

Die Operation wird nach den entsprechenden Vorbereitungen in einem Operationssaal in Lokalanästhesie oder Vollnarkose ambulant durchgeführt. Ihr Chirurg im Aestheticum Tübingen macht einen kleinen, etwa drei Zentimeter langen längsverlaufenden Schnitt über dem beugeseitigen Handgelenk. Er löst daraufhin den engen Teil des Bandes. Der Schnitt wird mit einigen Nähten verschlossen und einem sterilen Verband abgedeckt.
Nach einer kurzen Erholungspause in unserem Aufwachraum, können Sie sich von Ihrer Kontaktperson abholen lassen.

Wichtige Informationen über die Karpaltunneloperation

  • Eine Wundkontrolle erfolgt üblicherweise in unserer Praxis am ersten oder zweiten Tag nach der Operation, danach wird in der Regel die Weiterbehandlung durch den Hausarzt übernommen.
  • Lagern Sie den betroffenen Arm über Herzhöhe, um die Schwellung zu reduzieren.
  • Führen Sie mehrfach täglich aktive und passive Bewegungsübungen (5-10 Minuten/ Tag) mit voller Fingerstreckung und Beugung durch, um ein Vernarben der Sehne zu vermeiden.
  • Gekühlte Gelkissen sollten verwendet werden, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern.
  • Halten Sie den chirurgischen Schnitt unbedingt sauber und trocken. Decken Sie den Bereich beim Baden oder Duschen mit einer Tüte ab.
  • Der Verband wird in der Regel erst nach einer Woche entfernt und durch ein Pflaster ersetzt.
  • Nach dem Entfernen des Verbandes wird die volle Bewegung der Finger gefördert.
  • Der Fadenzug sollte im üblichen um den 12.-14. Tag nach der Operation durchgeführt werden.
  • Ausgedehnte sportliche Betätigung soll für 3 Wochen vermieden werden.
  • Sauna und das Heben schwerer Lasten über 5 kg sollte für 4 Wochen vermieden werden.
  • Eine gesunde Ernährung und das Nichtrauchen fördern die Heilung.

Risiken und Komplikationen

Wie bei jeder Operation gibt es auch hier potentielle Risiken. Die Entscheidung, die Operation durchzuführen, wird getroffen, weil die Vorteile der Operation die möglichen Nachteile überwiegen. Es ist wichtig, dass Sie vor der Operation über diese Risiken informiert werden.
Komplikationen können sich auf die körperliche Gesundheit auswirken oder speziell die Hand betreffen. Zu den medizinischen Komplikationen gehören die Anästhesie und das allgemeine Wohlbefinden. Fast jede Krankheit kann auftreten, so dass diese Liste nicht vollständig ist:

  • Blutverlust, Schwellung, Bluterguss, Schmerzen bis zum Funktionsausfall der Hand
  • Infektionen
  • Nervenschäden, die zu Schwäche, Lähmung oder Gefühlsverlust im Handbereich führen
  • Steifigkeit der Hand
  • Dass Karpaltunnelsyndrom kehrt zurück, wenn das Band nicht ausreichend gelöst ist.
  • Allergische Reaktion auf Medikamente
  • Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Lungenentzündung, Blasenentzündungen
  • Komplikationen durch Nervenblockaden wie Infektionen oder Nervenschäden
  • Ernste medizinische Probleme können zu anhaltenden gesundheitlichen Problemen, verlängertem Krankenhausaufenthalt oder selten sogar zum Tod führen.

Risikofaktoren für Komplikationen

  • ungesunde Ernährung
  • Rauchen
  • Alkoholismus
  • Chronische Krankheit
  • Steroideinsatz (z.B. Kortison)
  • Alter (über 60 Jahre)

Prognose

Die Ergebnisse sind normalerweise sehr gut. Bestanden nicht schon vor der Operation starke Gefühlsausfälle oder Muskelschwächen, wird in der Regel das normale Gefühl wieder erreicht, was jedoch manchmal bis zu einem halben Jahr dauern kann bis sich der Nerv wieder erholt hat. Bestand jedoch bereits ein langjähriges schweres Karpaltunnelsyndrom, kann ein Dauerschaden im Sinne eines bleibenden Gefühlverlustes verbleiben. Vor allem eine eingetretene Muskelschwäche ist oft nicht mehr reversibel.

Kontakt und Informationsmaterial

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