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Interview mit Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Herr Amro Amr

Dr. Philipp Braun am 02.12.2022

Wir freuen uns, Ihnen unseren Leitenden Oberarzt, Handchirurg & Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Amro Amr vorzustellen. In diesem Interview beantwortet er interessante Fragen rund um die Betreuung von Patientinnen und Patienten sowie die Arbeit als Plastischer Chirurg im Aestheticum Tübingen.

Inhalt

    Warum sind Sie Facharzt für Plastische Chirurgie geworden?

    Ich bin überzeugt davon, dass der Mensch die höchste Form der Kunst darstellt. Aus diesem Grund empfinde ich die Arbeit in der Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie, welche es mir ermöglicht, den menschlichen Körper zu formen, als wahren Traumberuf. Ich bin glücklich, dass ich in den letzten 13 Jahren ein Teil vieler erfolgreicher Patientengeschichten sein durfte.

    Was ist im Bereich der Schönheitschirurgie besonders wichtig?

    Entscheidend sind meiner Meinung nach zwei Faktoren:

    Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Ihr behandelnder Arzt sollte Ihnen zuhören, Sie verstehen und auf Ihre Wünsche ehrlich und vertraulich eingehen. So kann eine Fehlkommunikation vermieden und ein Ergebnis erzielt werden, mit dem der Patient bzw. die Patientin rundum zufrieden ist.

    Um den hohen Standard der Betreuung zu garantieren, ist eine Ausbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie unabdingbar! Ein „Ästhetischer” oder “Kosmetischer” Chirurg ist kein Plastischer Chirurg. Diese Begriffe allein geben weder Auskunft darüber, welche Ausbildung ein Arzt durchlaufen hat, noch sind sie rechtlich geschützt. Das bedeutet, dass jeder Arzt – ob HNO- oder Augenarzt – sich gleichzeitig „Schönheitschirurg“ nennen dürfte.
    Daher rate ich immer dazu, bei der Arztwahl darauf zu achten, ob ein Facharzttitel vorliegt.

    Eine Menge Dinge sind heute möglich in der Plastischen Chirurgie. Welche Eingriffe sind für Sie Routine?

    Ich hatte während meiner Ausbildung die Möglichkeit, alle Regionen des menschlichen Körpers plastisch-chirurgisch behandeln zu können. Dabei konnte ich folgendes Fazit für mich ziehen: Gänzliche Routine-Eingriffe gibt es in diesem Sinne nicht. Denn „Routine“ führt zu Fehlern. Jeder Mensch ist einzigartig und bedarf einer gezielten und angepassten Therapie. Daher ist keine OP wie die andere und bedarf meiner vollen Aufmerksamkeit. Einige Eingriffe sind natürlich aufwendiger, andere wiederum „einfacher“, doch muss immer mit der gleichen Sorgfalt vorgegangen werden.
    Ich habe mich im Laufe der Zeit auf ein paar besondere Behandlungen spezialisiert. Zu meinen Behandlungsschwerpunkten zählen Eingriffe im Gesicht – insbesondere schmerzfreie Eingriffe im wachen Zustand –, minimal-invasive Faltenbehandlungen und Straffungsoperationen. Zusätzlich bin ich spezialisiert auf die männliche Intimchirurgie.

    Beobachten Sie Trends, lassen sich z. B. zunehmend Männer behandeln?

    Trends sind zeitlich eingeschränkt. Doch wie ich bemerkt habe, hat sich eine Entwicklung bei unseren Patientinnen und Patienten eingestellt. Immer mehr bereiten sich im Vorfeld eines Beratungsgespräches thematisch vor, lesen sich in das Thema ein und stellen explizite Fragen. Deswegen nehmen wir uns für unsere Beratungen hier in Aestheticum Tübingen immer genügend Zeit, rund 45 bis 60 Minuten. Das schafft Klarheit und bessere Resultate.

    Durch mehr öffentliches Verständnis und Aufklärung haben auch viele Männer bemerkt, dass die Plastische Chirurgie Ihnen weiterhelfen kann. Wir beobachten inzwischen einen deutlichen Zuwachs an männlichen Patienten. Besonders minimal-invasive Botox-Behandlungen sowie die Intimchirurgie werden häufig von diesen angefragt.

    Warum würden Sie Patienten von einer Behandlung im Ausland abraten?

    Ich glaube fest daran, dass eine Operation nur 10% der Behandlung darstellt. Dementsprechend sollten Sie für Rückfragen sowie zur postoperativen Nachsorge immer Ihren behandelnden Operateur in Ihrer Nähe haben. Wir betreuen unsere Patienten für mindestens 6 Monate nach dem Eingriff und begleiten sie durch alle Höhen und Tiefen. Dies gibt den Patienten Vertrauen und uns ein Feedback, um uns immer weiterzuentwickeln und zu verbessern.

    Gibt es auch Behandlungen, die Sie ablehnen?

    Als Arzt muss man seine Grenzen kennen und darf sich nicht scheuen, eine zweite Meinung einzuholen. Jeder Patient hat zwar einen betreuenden Arzt als festen Ansprechpartner, doch wir Ärzte unterstützen uns auch gegenseitig. Dies optimiert jede Behandlung für unsere Patienten und sichert den höchsten Standard der Betreuung.

    Wir versuchen stets, für unsere Patientinnen und Patienten das optimale Ergebnis zu erreichen. Doch in manchen Fällen halten wir es für sinnvoll und unsere Pflicht, Ihnen von einer Behandlung abzuraten, beispielsweise, wenn kein nachhaltiges Ergebnis zu erwarten ist oder dieses ästhetisch nicht vorteilhaft wäre. Darüber hinaus führen wir keine Eingriffe an Minderjährigen durch oder Behandlungen, die ethisch für uns nicht vertretbar sind.

    Wo sehen Sie die Plastische und Ästhetische Chirurgie in Deutschland in zehn Jahren?

    Wir setzen hier im Aestheticum Tübingen alles daran, uns täglich zu verbessern. Ob präoperative Vorbereitung, intraoperative bzw. minimal-invasive Therapie mit den neusten Techniken oder postoperative Schmerztherapie und Mobilisation – alles kann täglich optimiert und an jeden einzelnen Patienten angepasst werden.
    Mein Wunsch wäre, dass es verbesserte Gesetze zum Schutze des Patienten gibt, beispielsweise, dass der „Facharzt-Standard“ eingeführt wird. Demnach würden operative Eingriffe mit ästhetischer Indikation ausschließlich von Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt werden dürfen.

    Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

    Wir im Aestheticum Tübingen arbeiten nicht nur gemeinsam, sondern sind auch privat gute Freunde.
    Daher freue ich mich darauf, nach wie vor mit meinen Kollegen Dr. Braun und Dr. Lotter einen langen erfolgreichen Tag im bekannten Tübinger „Neckarmüller“ ausklingen zu lassen.

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